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Im Abstiegskampf

Köln 99ers feiern Heimsieg gegen Hannover

Lange mussten die Kölner Fans auf den ersten Heimsieg der Saison 2017/18 warten – am Samstag war es endlich soweit: Mit 54:45 gewannen die 99ers gegen Hannover United, wodurch der Abstiegskampf wieder richtig spannend wird.

Vor rund 300 Zuschauern fuhren die Köln 99ers ihren ersten Heimsieg der Saison ein. Foto: Gero Müller-Laschet

Den rund 300 Zuschauern wurde am 13. RBBL-Spieltag ein hochspannendes Spiel geboten. Das ließ die Ausgangssituation beider Teams bereits vorab erahnen. Für die Domstädter führte kein Weg an einem Sieg vorbei. Als Tabellenachter ging es aber ebenso für Hannover um wichtige Punkte, um sich von den Abstiegsrängen absetzen zu können. Dementsprechend hart umkämpft startete das Spiel in der Sporthalle Bergischer Ring.

In der ersten Halbzeit setzten die Gastgeber die Vorgabe von Coach Mathew Foden sehr gut um: Konzentriert und deutlich weniger überhastet als in den vergangenen Partien suchten die 99ers-Spieler nach guten Wurfpositionen. Dadurch kam es zu sicheren Korbtreffern und die Domstädter konnten ihre Führung immer weiter ausbauen. Doch nicht nur in der Offensive, auch in der Defensive lief aus Sicht der 99ers in den ersten beiden Vierteln alles rund. Vor allem den Ex-Kölner Joe Bestwick (11 Punkte), zweitbester Scorer der Rollstuhlbasketball-Bundesliga, konnten die Rheinländer gut im Zaum halten. Somit rollten beide Teams mit einem 33:19 – und damit für die Gastgeber relativ komfortablem 14-Punkte-Vorsprung – zur Halbzeitpause vom Parkett. Weiterlesen

Doku gewinnt Filmpreis

„Ich bin Malu“

Im Rahmen des 39. Internationalen Festivals des Neuen Lateinamerikanischen Films hat „Yo soy Malú“ am 17. Dezember 2017 einen Sonderpreis erhalten. Die Stadt Matanzas, einer der Schauplätze des Festivals, zeichnete den Dokumentarfilm mit dem „Premio Vigía” aus. Erstmals gewinnt hier ein deutsch-kubanischer Film, produziert von Santiago Llapur und Prof. Hans Georg Näder, dem geschäftsführenden Gesellschafter von Ottobock.

RIO DE JANEIRO, BRAZIL – SEPTEMBER 10: Malu Perez Iser of Cuba competes in the Women’s Long Jump – T42 Final at Olympic Stadium during day 3 of the Rio 2016 Paralympic Games at on September 10, 2016 in Rio de Janeiro, Brazil. (Photo by Alexandre Loureiro/Getty Images)

Die Dokumentation feierte ihre Premiere am 9. Dezember 2017 im Cine Infanta in Havanna vor ausverkauftem Saal. Sie erzählt in 41 Minuten die außergewöhnliche Geschichte von Malu Perez Iser: Ein Autounfall zerstörte 2009 Malus Traum, Tänzerin zu werden – ihr linkes Bein musste am Oberschenkel amputiert werden. Sie fand eine Anstellung als Sekretärin bei der staatlichen Stelle für Behindernsport in Havanna. Dort war 2014 eine ihrer Aufgaben, die Teilnehmer für die erste „Ottobock Running Clinic“ auf Kuba auszusuchen. Hier trainieren junge oberschenkelamputierte Menschen weltweit das Laufen mit Sportprothesen. Angeleitet werden sie von Heinrich Popow, mehrfacher Goldmedaillengewinner bei den Paralympics und Markenbotschafter von Ottobock.

Die Begegnung mit Popow veränderte Malus Leben grundlegend. Denn er ermunterte sie, eine Sportprothese wenigstens einmal auszuprobieren. Malus erste vorsichtige Schritte, ihre Begeisterung, als sie sich schneller bewegen konnte, filmte Popow mit seinem Smartphone – die Szenen sind ein Schlüsselmoment in der Dokumentation. Im April 2015 erhielt Malu ihre erste individuell angepasste Sportprothese, sie begann mit dem Training und schaffte es knapp ins kubanische Team für die Paralympischen Spiele in Rio. Dort holte sie im September 2016 überraschend die Bronzemedaille im Weitsprung und wurde in Havanna tosend gefeiert. Weiterlesen

Ski-Langlauf und Biathlon

Klug und schnell

Das Verhältnis zwischen Athlet und Trainer ist im Leistungssport geprägt von einem hohen Maß an Vertrauen und Kommunikationsfähigkeit. Der eine muss sich darauf verlassen können, dass der andere in dieselbe Richtung läuft – und beide müssen davon überzeugt sein, dass der Weg ans Ziel führt. Das gilt vor allem dann, wenn die Athletin blind ist und der Trainer gleichzeitig ihr Guide in der Loipe.

Martin Härte stellt seiner Ski-Partnerin Clara Klug ein gutes Zeugnis aus: „Sie hat ihre Hausaufgaben gemacht“. Gemeint sind die vielen Trainingskilometer. Foto: Ralf Kuckuck/ DBS-Akademie

Es war im Jahr 2012, da klingelte im Hause Klug in München das Telefon. Am Apparat: der bayerische Landestrainer im Para Ski nordisch, Martin Härtl. Der hatte von einer jungen Frau mit angeblich blendenden Zukunftsaussichten Wind bekommen. „Hast du Lust zusammenzuarbeiten?“, fragte er die damals 17-jährige Clara Klug und verriet ihr auch gleich, wohin die Reise führen sollte: zu den Paralympischen Spielen 2018. Die Umschmeichelte sagte zu, war angesichts des großen Ziels aber erstmal überrumpelt. „Ich dachte mir nur: Na ja, schaun mer mal“.

Im vergangenen Winter gab es jede Menge zu schauen und zu staunen. Zur Heim-Weltmeisterschaft in Finsterau fuhr sie im festen Willen, eine Medaille einzutüten – und einen Filu. Das WM-Maskottchen, ein Finsterauer Luchs, gab es in Stofftier-Form für jeden Medaillengewinner. Nach einer Woche im Bayerischen Wald hatte Klug sogar Übergepäck: einen Filu für sich und zwei zum Verschenken. Im Biathlon überraschte sich die Sportlerin vom PSV München selbst mit zweimal Silber und einmal Bronze – und setzte mit dem zweiten Platz im Gesamtweltcup beim Abschluss in Sapporo einen Monat später das Sahnehäubchen auf eine überragende Saison. „Der Winter hat mir endgültig gezeigt, dass mein Traum von den Paralympics kein Hirngespinst ist“, sagt sie.

Plötzlich auf sich allein gestellt

Das ist umso bemerkenswerter, weil der Sommer vor dem Winter alles andere als glücklich verlaufen war. Im Vorbereitungstrainingslager verletzte sich Martin Härtl schwer und war anschließend mehrere Monate matt gesetzt. Sein Schützling sah sich plötzlich auf sich allein gestellt, musste zwangsweise noch selbstständiger werden, sich andere Trainingspartner suchen und mit einem Interimsguide neue Automatismen finden. Das Duo Härtl/Klug war vorübergehend gesprengt. Weiterlesen

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